24. September 2026

Zusammen wohnen, individuell leben: Co-Living und Generationenhaus als Wohnkonzept

Innovative Wohnformen verbinden private Rückzugsräume mit gemeinsam genutzten Flächen. Co-Living und Generationenhäuser zeigen, wie flexibel Immobilien heute genutzt werden können. Doch nicht jede Liegenschaft eignet sich dafür gleich gut – entscheidend sind Lage, Grundriss, bauliche Voraussetzungen, Finanzierung und klare rechtliche Verhältnisse.

Am Morgen bringt die Grossmutter ihre Enkelin zur Schule, am Abend erledigt der Sohn den Einkauf für die Eltern. Ein Stockwerk höher lebt jeder wieder für sich. Oder: Drei Berufstätige teilen sich Küche und Wohnraum, haben aber ihren eigenen privaten Rückzugsort. Was unterschiedlich klingt, folgt derselben Idee: Zusammen wohnen und trotzdem individuell leben. Neben dem klassischen Eigenheim gewinnen solche flexiblen Wohnkonzepte an Aufmerksamkeit. «Wir stellen fest, dass sich die Anforderungen an Wohnraum verändern. Gefragt sind zunehmend flexible Grundrisse und Immobilien, die sich an unterschiedliche Lebensphasen und Wohnformen anpassen lassen», erklärt der erfahrene Berner Immobilienmakler Thomas Graf.

Co-Living: privat wohnen, Gemeinschaft nutzen

Beim Co-Living verfügen die Bewohnerinnen und Bewohner über einen privaten Rückzugsbereich, während sie Küche, Wohnraum oder Arbeitsbereiche gemeinschaftlich nutzen. Das Modell kann insbesondere für Menschen interessant sein, die für eine begrenzte Zeit an einem Ort leben oder bewusst Gemeinschaft suchen, etwa junge Berufstätige, digitale Nomaden oder Expats. Vorteile von Co-Living sind:

  • Flexibilität: Je nach Angebot ermöglichen möblierte Einheiten und flexible Mietdauern einen unkomplizierten Ein- und Auszug.
  • Community: Gemeinsam genutzte Räume schaffen Möglichkeiten für Austausch und soziale Kontakte.
  • Flächeneffizienz: Gemeinschaftlich genutzte Küchen, Wohn- oder Arbeitsbereiche können dazu beitragen, vorhandene Flächen effizienter zu nutzen.

Generationenhaus: gemeinsam und doch eigenständig

Im Generationenhaus leben Menschen unterschiedlicher Altersgruppen unter einem Dach – häufig innerhalb derselben Familie. Sie können sich gegenseitig im Alltag unterstützen und gleichzeitig über eigene Wohnbereiche verfügen. Damit dies langfristig funktioniert, braucht es eine Aufteilung, die Gemeinschaft und Privatsphäre ermöglicht. Gerade bei grosszügigen Einfamilienhäusern kann ein Generationenkonzept eine interessante Alternative zum Verkauf oder zum Umzug darstellen. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Liegenschaft baulich sinnvoll anpassen lässt. Separate Zugänge, genügend Nasszellen, die Erschliessung der Geschosse, Privatsphäre sowie allfällige baurechtliche Vorgaben sollten deshalb frühzeitig geprüft werden.

Finanzierung und Eigentum klar regeln

Bei gemeinschaftlichen Wohnformen sollten finanzielle und rechtliche Fragen von Anfang an geklärt sein: Wer finanziert welche Investitionen? Wem gehört welcher Teil der Immobilie? Wie werden laufende Kosten verteilt? Und was geschieht, wenn eine Partei aussteigen möchte? Je nach Projekt können unterschiedliche Eigentums- und Finanzierungsmodelle infrage kommen. Wird eine Liegenschaft beispielsweise in Stockwerkeigentum aufgeteilt, sind klare Nutzungsregeln und Verantwortlichkeiten besonders wichtig. Bei Familienprojekten sollten zudem erbrechtliche Fragen frühzeitig berücksichtigt werden. Was geschieht mit der Immobilie bei einem Todesfall? Wie werden Geschwister oder andere Erbberechtigte einbezogen? Solche Fragen lassen sich besser klären, bevor konkrete Investitionen getätigt werden. Bei steuerlichen, erbrechtlichen und finanzierungstechnischen Themen empfiehlt sich eine individuelle fachliche Beratung.

Passt die Immobilie zum Konzept?

Nicht jede Liegenschaft eignet sich gleich gut für Co-Living oder generationenübergreifendes Wohnen. Neben Lage und Grösse spielen Grundriss, mögliche Umnutzungen und der bauliche Zustand eine wichtige Rolle.

«Wer eine Immobilie für ein solches Projekt kaufen möchte, sollte deshalb auch deren Entwicklungspotenzial prüfen», erklärt Immobilienfachmann Thomas Graf: Lassen sich separate Einheiten schaffen? Sind genügend Gemeinschaftsflächen vorhanden? Welche Investitionen wären erforderlich? Eine professionelle Einschätzung hilft, Chancen und Aufwand realistisch abzuwägen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie sich bauliche Veränderungen auf den Wert und die spätere Verkäuflichkeit einer Immobilie auswirken. Nicht jede technisch mögliche Lösung ist auch aus immobilienwirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Eine frühzeitige Beurteilung von Nutzungspotenzial, Investitionsbedarf und Marktgängigkeit kann deshalb helfen, Fehlentscheide zu vermeiden.

Immobilien-Fachwissen aus einer Hand

Ob Co-Living, Generationenhaus oder eine andere Wohnform: Entscheidend ist, dass Immobilie, Finanzierung und Nutzungskonzept zusammenpassen. Das Team der thomasgraf ag berät Sie in Bern, Zürich und Zug gerne bei Ihren Fragen rund um den Verkauf oder Kauf einer Liegenschaft. Die thomasgraf ag ist zertifiziertes Mitglied der Schweizerischen Maklerkammer SMK. Dank der engen Kooperation mit der Vermögensverwalterin und Family-Office-Dienstleisterin TRIONINVEST sowie der Finanzdienstleisterin hypolino ag bieten wir Ihnen gebündeltes immobilienspezifisches und finanztechnisches Know-how, langjährige Branchenerfahrung sowie ein starkes Netzwerk.