25. Juni 2026
Eine geerbte Liegenschaft ist mehr als ein Vermögenswert – sie ist oft auch mit Erinnerungen und Emotionen verbunden. Doch bald stellt sich die konkrete Frage: selber einziehen, vermieten oder verkaufen?

Der Schlüssel liegt auf dem Tisch. Das Elternhaus, die Eigentumswohnung der Tante oder das Ferienhaus der Grosseltern gehört nun den Erben. Doch nach den ersten organisatorischen Schritten stellt sich eine entscheidende Frage: Was soll mit der Immobilie geschehen? Einziehen, vermieten oder verkaufen – jede Lösung hat ihre Vor- und Nachteile. In der Praxis zeigen sich meist drei Wege, die besonders häufig gewählt werden.
Ein Erbe übernimmt die Immobilie
Nicht selten möchte ein Mitglied der Erbengemeinschaft das Haus oder die Wohnung übernehmen und künftig selbst nutzen. In diesem Fall müssen die übrigen Erben entsprechend ihrer Erbanteile entschädigt werden. Damit die Erbteilung fair erfolgen kann, ist eine professionelle Immobilienbewertung sinnvoll. Um den Verkehrs- oder Marktwert zu bestimmen, empfiehlt sich, eine unabhängige Schätzungs-Fachperson für Immobilienbewertungen beizuziehen. Je nach Situation kann es sich lohnen, zwei Bewertungen einzuholen und den Mittelwert als Basis für die Einigung zu verwenden. Zu berücksichtigen ist zudem, dass die übernehmende Person allenfalls zusätzliche finanzielle Mittel benötigt, um die Miterben auszuzahlen. Häufig wird deshalb die bestehende Hypothek angepasst oder erhöht. Bis zur definitiven Erbteilung haften die Mitglieder der Erbengemeinschaft grundsätzlich gemeinsam für die Verpflichtungen rund um die Liegenschaft.
Die Liegenschaft gemeinsam vermieten
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Immobilie im Eigentum der Erbengemeinschaft zu belassen und zu vermieten. Dadurch bleiben die Erben am Objekt beteiligt und erzielen laufende Mieteinnahmen. Allerdings bringt diese Lösung auch organisatorische Herausforderungen mit sich. Vermietung, Unterhalt und Verwaltung verursachen Aufwand und erfordern regelmässige Abstimmungen. Da wichtige Entscheide innerhalb einer Erbengemeinschaft oft gemeinsam getroffen werden müssen, empfiehlt es sich, Zuständigkeiten und Abläufe schriftlich festzuhalten. Denkbar ist auch, dass ein Mitglied der Erbengemeinschaft die Liegenschaft selbst bewohnt und dafür einen marktüblichen Mietzins an die Erbengemeinschaft entrichtet.
Verkaufen und Erlös aufteilen
Wenn sich die Erben nicht langfristig binden möchten oder eine Übernahme durch einzelne Familienmitglieder nicht möglich ist, bietet sich der Verkauf an. Der Verkaufserlös fliesst nach Abzug der Verkaufs- und Transaktionskosten in den Nachlass und wird gemäss den Erbanteilen verteilt. Oft ist dies die einfachste und klarste Lösung, insbesondere wenn mehrere Erben beteiligt sind oder die Liegenschaft nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht. Zu beachten ist, dass im Kanton Bern weder beim Erbgang noch bei der Erbteilung eine Grundstückgewinnsteuer fällig wird. Die Besteuerung wird aufgeschoben und erst bei einem späteren Verkauf der Liegenschaft ausgelöst. Auch die Erbteilung selbst löst grundsätzlich keine Handänderungssteuer aus.
Frühzeitig Fachwissen beiziehen
Jede Erbschaft ist anders. Neben finanziellen Fragen spielen oft auch familiäre und emotionale Aspekte eine wichtige Rolle. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Möglichkeiten sorgfältig zu prüfen und die Konsequenzen frühzeitig zu kennen. «Eine fundierte Beratung schafft Klarheit und hilft, die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden», betont der Berner Immobilienmakler Thomas Graf. Ob eine Übernahme, das heisst der Kauf durch einen der Erben, die Vermietung oder ein Verkauf der Immobilie an Dritte im Vordergrund stehen – das erfahrene Kompetenzteam der thomasgraf ag berät sie gerne! Wir sind zertifiziertes Mitglied der Schweizerischen Maklerkammer SMK. Dank der engen Kooperation mit der Vermögensverwalterin und Family-Office-Dienstleisterin TRIONINVEST sowie der Finanzdienstleisterin hypolino ag bieten wir Ihnen gebündeltes immobilienspezifisches und finanztechnisches Know-how, langjährige Branchenerfahrung sowie ein starkes Netzwerk.
Quelle
hausinfo